1500 - 1800 Fibelporträts - Schulfibeln

Das Lesen lehren, das Lesen lernen - 500 Jahre Geschichte des Erstleseunterrichts
1500 – 1800
1534 Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen
Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen in der Ausgabe von 1534 ist das wohl am meisten zitierte Erstlesewerk der deutsch-sprachigen Fibelgeschichte. Sein Autor Valentin Ickelsamer wird als bedeutendster Lesemethodiker aller Zeiten gerühmt. Seine Prinzipien für den Schriftspracherwerb sind wegweisend bis heute.
1700 Neu erfundener Lustweg
Bereits 1681 erschien dieser "Lustweg". Das Barockwerk enthält 101 in Kupfer gestochene Text- und Bildtafeln. Mit dieser opulenten Ausstattung war es ein Lehrwerk für den Hausunterricht und wurde ein Longseller über 140 Jahre. Methodisch realisiert es die tradierte Buchstabier-Methode.
1774 - 1838 ABC oder Namenbüchlein
Die Fibel ist ein Beispiel für Fibeln zur Zeit des "aufgeklärten Absolutismus". Sie war Teil einer umfassenden Schulreform im Habsburger Kaiserreich.
Sie beschränkt sich nicht mehr auf religiöse Texte, sondern bietet vor allem moralisierende Texte für Untertanen.
1775 Neues A, B, C, Buch, nebst einigen kleinen Übungen und Unterhaltungen für Kinder
Die Fibel von Christian Felix Weiße ist eines der ersten Erstlese-Werke, das der Aufklärungspädagogik entsprach: In ABC-Versen, Sprüchen, moralischen Beispielgeschichten werden die Tugenden vermittelt, die für die Erziehung im selbstbewusst gewordenen Bürgertum der Zeit bestimmend waren. Methodisch ist sie geprägt von der Suche nach einer kindbezogenen Alternative zur immer noch verbreiteten Buchstabier-Methode.